Tischplatz & Kicker
Wie bedeutend ist Position am Tisch?
Man kann den Tisch in mehrere Abschnitte einteilen, um Deine Position festzulegen. An einem voll besetzten Tisch mit 9 Spielenden würde das folgendermaßen aussehen:
- Frühe Position: Spieler an den Positionen 3 bis 5 nach dem Croupier.
- Mittlere Position: Spieler an den Positionen6 bis 7 nach dem Croupier.
- Späte Position: Spieler an den Positionen8 bis 9 nach dem Croupier.
Poker ist ein Denkspiel! Man soll seine Beobachtungen über die anderen Spieler im Spiel verwenden. Die Position am Tisch ist wichtig, um zu beschließen, ob man mit konkreten Karten weiter macht oder „foldet“. Hierfür eine Illustration. Der Spieler, der als erster nach dem Croupier sitzt, beschließt ausschließlich anhand der eigenen Karten, ob er weiter im Spiel bleibt oder „foldet“. Seine Sitzposition ist nachteilig und es ist extrem riskant für ihn mit den Karten zu spielen, die einen höheren Rang als 3 haben. Der nächste an der Reihe, hat nun ein wenig mehr Ausgangspunkte. Dies setzt sich um den Tisch herum fort und wenn Du spät am Zug bist, solltest Du eine bessere Basis für Deine Entscheidung haben.
Dazu eine Illustration: Du bist an einer frühen Tischposition und hast ein Paar 4-er auf der Hand, Duentscheidest Dich zu spielen und bietest das Geld, um später zu bemerken, dass einer der Spieler , der sich in einer späten Position befindet raist. Deine Karten sind einfach zu schwach, um weiter zu spielen. Deine Bereitschaft zum Riskieren würde in diesem Fall sehr teuer sein. Derartige Situationen kannst Du schlau bewältigen, indem Du, während Du Dich an einer frühen Position befindest, auf Dauer darauf verzichtest, mit den Karten der Ränge 4-8 zu spielen. Steig einfach aus, wenn es keine Chance auf Erfolg gibt. Solltest Du mit der gleichen Pokerhand später an der Reihe sein, wäre vorstellbar, dass Du weiter machst. Dafür müsstest Du sorgfältig die anderen wesentlichen Informationen über die Spielstrategien anderer Spieler beurteilen.
Welche Karten sollte man wegwerfen?
Grundsätzlich ist es ratsam die Blätter der Ränge 6 bis 9 abzulegen. Das gleiche gilt auch für andere Kombinationen, die in unserer Tabelle nicht dargestellt sind. Jeder , der gerade Poker lernt tendiert dazu, z.B. eine Hand mit Ass und 9 als spielwürdig einzuschätzen. Wenn man aber einen Blick auf die Aufstellung wirft, kommt man zu einer anderen Meinung.
Der Kicker
Schau Dir bitte nochmals die Kartenkombinationen A+X, K+X, Q+X und J+X an, die nicht gespielt werden sollten. Wenn Du diese Blätter ausspielst, gerätst Du in Schwierigkeiten, wenn Deine Gegner einen höheren Kicker als Du auf der Hand haben. Kicker ist die entscheidende höchste Beikarte, wenn zwei Spieler die gleichen Karten haben. Hast Du z.B. A+10 auf der Hand und im Flop kommt ein weiteres As, dann bist Du “ im Besitz“ ein paar Asse mit Kicker 10. Hat ein weiterer Spieler auch ein Paar Asse, als Kicker aber nur eine 9, so bist Du der Gewinner! Der Kicker entscheidet in diesem Fall, wer gewinnt.
Karten der Ränge 6 bis 8 sollten weiter gespielt werden, solange Du die unten aufgeführten Anforderungen erfüllst:
• Du sitzt an einer späten Tischposition,
• Fünf oder mehr Spieler haben vor Dir gecallt,
• Vor Dir hat kein Spieler erhöht.
Sind diese Anforderungen nicht erfüllt, wirst Du vermutlich verlieren, wenn Du Dich entschließt mitzugehen.
Entscheidest Du Dich jedoch fürs Spielen mit Karten des Ranges 6 bis 8, musst Du darauf vorbereitet sein, ohne zu trödeln rauszugehen, wenn der Flop nicht die von Dir erwünschten Blätter enthält.
Hast Du auf der Hand A+Xs und der Flop enthält ein weiteres Ass, aber keine Blätter der von Dir benötigten Farbe, kannst Du es in Kauf nehmen, dass Deine Hand verliert. Du müsstest Dich darauf einstellen rauszugehen, wenn ein anderer Spieler setzt und Du ihn nicht einschätzen kannst. Einer der häufigen Fehlhandlungen ist es, ein solches Blatt nicht wegzuwerfen. So eine Hand sollte weggelegt werden, weil es mit größter Sicherheit verlieren wird. Wenn Du es schaffst, dich von diesen nur scheinbar guten Karten loszureißen, wirst Du sehr viele unnötige Rückschläge von der Hand weisen.
Jede Pokerhand hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit zu gewinnen. Wenn es genügend Calls gibt, vor Deinem Zug, erhältst Du die so genannten “correct pot-odds”. Es muss ein vernünftiges Verhältnis zwischen der Gewinnchance einer Pokerhand und der Größe des Pots bestehen. Ansonsten solltest Du folden.
Mit anderen Worten: Das Risiko mit Blättern mit einer geringen Gewinnchance zu pokern, soll sich wirklich auszahlen. Mathematisch gesehen ist es nicht ratsam, mit einem solchen Blatt zu spielen, wenn man an einer frühen oder mittleren Position sich am Tisch befindet.
Aber meine Karten haben doch die gleiche Farbe!
Zeigt Dein Blatt A+5s, ist es wichtig, dies nicht zu überbewerten. Die Aussicht einen Flush beim Flop zu ergattern, beträgt lediglich 7%. Es ist nicht sinnvoll eine Hand nur deswegen zu spielen, weil es sich aus gleichfarbigen Karten zusammensetzt. Eine Erläuterung: Du hast eine Kreuz 10 und eine Pik 8 auf der Hand. Diese Hand würdest Du in aller Regel folden (siehe oben in der Tabelle Rang 8). Die Gewinnaussichten für Deine Hand verbessern sich nicht bzw. nicht wesentlich, nur weil die 8 eventuell auch die Farbe Kreuz hat. Anders kann es dann sein, wenn Du an einer späten Position sitzt und einen der Blinds hast. Deine Gegner haben keine Ahnung darüber, was Du für eine Hand hast. Du muss Dich darauf vorbereiten, Deine Karten nach dem Flop zu folden, wenn Du keine der gewünschten Karten ergatterst.
Der Grund, weswegen man mit Karten, die „suited“ sind, vorsichtig sein sollte ist, dass man, um starke Karten zusammen zu setzen, alle 3 Karten von den Community Cards in der gleichen Farbe braucht. Man versucht die letzte Karte zu „fangen“, was richtig viel kosten kann. Mathematisch gesehen glückt dieser Fang in einem von 3 Fällen.